Pseudhapalopus sp. "Blue"
Klein, metallisch blau schimmernd und mit einem winzigen gelben Fleck am Übergang von Vorder- zu Hinterkörper: Pseudhapalopus sp. "Blue", im englischen Sprachraum als "Colombian Blue Bottle" oder "Colombian Blue Dwarf" bekannt, ist eine bislang wissenschaftlich nicht bestimmte Zwergvogelspinne aus Kolumbien. Sie gräbt gern und verbringt viel Zeit unter der Erde, braucht wenig Platz und ist pflegeleicht – eine schöne Wahl für Halter, die eine farbige Zwergart mit etwas Geduld beobachten möchten.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend, Röhrenbewohner (fossorial)
- Herkunft
- Kolumbien
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Handelsnamen: Pseudhapalopus sp. "Blue", "Colombian Blue Bottle", "Colombian Blue Dwarf"
- Wissenschaftliche Zuordnung: unbestimmt (im Hobby der Gattung Pseudhapalopus zugeordnet)
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
- Herkunft: Kolumbien; genaue Fundorte sind nicht dokumentiert
- Lebensraum: unbekannt
- Körperlänge: Zwergform; Weibchen bis ca. 7,5–10 cm Beinspannweite, Männchen etwas kleiner
- Wachstum: langsam bis mittel
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 8–10 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet
Hinweis zur Gattung: Wissenschaftlich umfasst die Gattung Pseudhapalopus laut World Spider Catalog nur eine einzige Art aus Bolivien (P. aculeatus). Die im Hobby als "Pseudhapalopus sp." gehandelten Formen aus Kolumbien – "Blue", "Colombia", "Purple & Gold", "Full Green" – sind unbeschrieben bzw. unsicher bestimmt, und ihre Zuordnung zu dieser Gattung ist nicht belegt. Für einen Marktplatz bedeutet das: Angebote sollten klar als Handelsform mit Anführungszeichen gekennzeichnet werden, und Nachzuchtlinien sollten nicht mit anderen Formen gemischt werden.
Erscheinungsbild
Jungtiere haben graue Beine und einen bläulich-violetten Schimmer auf dem Abdomen. Mit zunehmendem Alter werden sie insgesamt glänzend metallisch blau und entwickeln einen kleinen gelben Fleck an der Stelle, an der Abdomen und Carapax aufeinandertreffen. Auch adulte Tiere wirken teils gräulich mit einem schimmernd blauen Abdomen. Männchen bleiben etwas kleiner und tragen nach der Reifehäutung Bulbi an den Pedipalpen.
Habitat und natürliche Lebensweise
Freilanddaten gibt es nicht. Im Terrarium legt die Art Röhren an, die deutlich größer sind als sie selbst, und verbringt viel Zeit unter der Erde. Jungtiere gelten als ausgesprochen "fleißig" und tauchen immer wieder an der Oberfläche auf.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Tier z. B. 20 x 15 x 20 cm; Grundfläche mindestens zwei- bis dreimal die Beinspannweite, Freiraum über dem Bodengrund höchstens etwa zwei Beinspannweiten
- Bodengrund: Jungtiere 5–8 cm, adulte Tiere mindestens 12–15 cm, z. B. Kokoshumus oder ein lockeres, grabfähiges Gemisch
- Einrichtung: kleines Versteck (Korkrinde oder halb eingegrabene Korkröhre), kleiner Wassernapf
- Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
- Hinweis: Einzeln halten – bei Vergesellschaftung droht Kannibalismus. Jungtiere lassen sich gut in hohen Aufzuchtdosen mit genug Tiefe für Gänge halten
Temperatur und Klima
- Temperatur: ca. 24–28 °C, ideal um 26 °C; dauerhaft nicht unter ca. 18 °C oder über 29 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 40–60 %; ein Viertel bis die Hälfte des Bodengrunds leicht feucht halten, mindestens die Hälfte trocken. Seiten und Einrichtung etwa zweimal pro Woche leicht übersprühen, ohne die Spinne direkt zu treffen
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Zum Temperament adulter Tiere gibt es wenige Berichte; sie gelten als pflegeleicht und eher zurückhaltend. Als vermutliche Neuweltart besitzt sie wahrscheinlich Brennhaare, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bisse sind bei Zwergarten selten. Arbeiten im Terrarium ohne Gesichtsnähe und mit Pinzette durchführen.
Fütterung
Wegen der geringen Größe kleine Futtertiere anbieten, z. B. zwei bis drei kleine Grillen, Heuschrecken pro Woche, kleine Schaben oder Mehlwurmstücke. Sehr kleine Jungtiere nehmen auch vorgetötetes oder zerteiltes Futter an. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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