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Pterinochilus murinus

Leuchtend orange, unverwüstlich und berüchtigt: Pterinochilus murinus ist im Hobby unter dem Spitznamen "OBT" bekannt – offiziell "Orange Baboon Tarantula", im Hobbyjargon aber auch "Orange Bitey Thing". Sie ist extrem robust, spinnt ganze Gespinstlandschaften und frisst zuverlässig, gilt aber als eine der wehrhaftesten Vogelspinnen überhaupt. Als schnelle Altweltart mit potentem Gift gehört sie ausschließlich in erfahrene Hände.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend, gräbt und spinnt ausgiebig, klettert auch
Herkunft
Ost-, Zentral- und südliches Afrika (u. a. Tansania, Kenia, Sambia, Malawi, Mosambik, Simbabwe, Angola)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Pterinochilus murinus Pocock, 1897
  • Gattung: Pterinochilus
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Harpactirinae, "Pavianspinnen")
  • Verbreitung: weit verbreitet in Ost-, Zentral- und dem südlichen Afrika
  • Lebensraum: sehr vielfältig – trockene Savannen, Buschland und lichte Wälder; lebt in Erdröhren, Termitenhügeln, unter Steinen und in Baumhöhlen
  • Körperlänge: ca. 5–6 cm Körperlänge, bis ca. 12–15 cm Beinspannweite
  • Wachstum: schnell
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 12–15 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Hinweis zu den Farbformen: Wegen ihres riesigen Verbreitungsgebiets ist die Art sehr variabel. Im Hobby werden mehrere Farbformen unterschieden, etwa die leuchtend orangefarbene "RCF" (Red Color Form, z. B. "Usambara"), die gräulich-braune "DCF" (Dark Color Form) oder die "TCF". Für Nachzuchten empfiehlt es sich, die Formen nicht zu mischen und die Herkunft anzugeben.

Erscheinungsbild

Die bekannteste Form ist leuchtend orange bis goldorange gefärbt, mit einem dunklen, sternförmigen Muster auf dem Carapax und einem fischgrätartigen Muster auf dem Abdomen. Andere Formen sind gräulich, olivbraun oder gelblich. Der Artname murinus (lateinisch "mausgrau") geht auf ein gräuliches Typusexemplar zurück. Jungtiere sind ähnlich, aber blasser gefärbt. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker, langbeiniger und meist matter gefärbt und tragen Bulbi an den Pedipalpen.

Habitat und natürliche Lebensweise

P. murinus ist ausgesprochen anpassungsfähig. Sie lebt in selbst gegrabenen Röhren, in Termitenhügeln, unter Steinen und Rinde oder sogar in Baumhöhlen, und überzieht ihre Umgebung mit dichtem Gespinst. Sie ist nachtaktiv und lauert meist am Eingang ihres Gespinsttunnels.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 30 x 30 x 30 cm; Fläche und etwas Höhe
  • Bodengrund: 10–15 cm, z. B. Terrarienerde mit etwas Sand, überwiegend trocken
  • Einrichtung: Korkröhre (halb eingegraben oder schräg gestellt), Korkrinde und Äste als Ankerpunkte für Gespinst, kleiner Wassernapf
  • Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
  • Hinweis: Die Art spinnt das Terrarium vollständig ein und nutzt dabei auch höhere Bereiche. Deckel und Türen müssen sicher verschließbar sein und sich so öffnen lassen, dass die Spinne nicht direkt Richtung Hand flüchten kann

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 22–28 °C, normale Zimmertemperatur reicht meist aus
  • Luftfeuchtigkeit: trocken, ca. 50–60 %; ein kleiner Wassernapf genügt
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
  • Hinweis: Die Art ist bekannt dafür, auch kleinere Haltungsfehler problemlos zu verzeihen – ihre Robustheit steht in starkem Kontrast zu ihrem Temperament

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Als Altweltart besitzt P. murinus keine Brennhaare. Sie gilt als eine der defensivsten Vogelspinnen im Hobby: Bei Störung nimmt sie sofort eine Drohhaltung ein, schlägt wiederholt zu und beißt ohne langes Zögern. Sie ist zudem sehr schnell und kann blitzartig aus dem Gespinst schießen. Das Gift von Altweltarten, insbesondere der Pavianspinnen, wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden über Stunden bis Tage verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.

Fütterung

Ein sehr guter, zuverlässiger Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Gespinsts abgeben, ohne die Hand ins Terrarium zu führen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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