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Selenobrachys philippinus

Leuchtend orange am ganzen Körper: Selenobrachys philippinus, im Hobby meist noch als Orphnaecus philippinus und unter Namen wie "Philippine Tangerine" oder "Philippine Orange" bekannt, gehört zu den farbintensivsten asiatischen Vogelspinnen. Die Röhrenbewohnerin von den Philippinen ist ein gieriger Fresser, eher scheu als aggressiv, aber sehr schnell – als Altweltart nichts für Einsteiger.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend, obligater Röhrenbewohner (fossorial)
Herkunft
Philippinen (u. a. Insel Negros)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Selenobrachys philippinus Schmidt, 1999
  • Synonym: Orphnaecus philippinus (Schmidt, 1999) – im Handel weiterhin sehr gebräuchlich
  • Handelsnamen: "Philippine Tangerine", "Philippine Orange", "Neon Orange"
  • Gattung: Selenobrachys
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Selenocosmiinae)
  • Verbreitung: Philippinen; beschrieben von der Insel Negros
  • Lebensraum: tropische Wälder mit feuchten Böden
  • Körperlänge: ca. 3 cm Körperlänge, bis ca. 12–15 cm Beinspannweite
  • Wachstum: mittel
  • Lebenserwartung: unbekannt; bei verwandten asiatischen Arten Weibchen ca. 10–12 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Hinweis zur Systematik: Schmidt beschrieb die Art 1999 als Selenobrachys philippinus. 2012 wurde Selenobrachys mit Orphnaecus zusammengelegt, sodass sie lange als Orphnaecus philippinus geführt wurde. 2025 haben Acuña et al. die Gattung Selenobrachys wieder eingesetzt; damit gilt heute wieder der ursprüngliche Name. Im Handel ist "Orphnaecus philippinus" weiterhin der gängige Name.

Erscheinungsbild

Der gesamte Körper ist leuchtend orange bis mandarinenfarben gefärbt – Carapax, Beine und Abdomen. Diese einheitlich intensive Färbung ist bei Vogelspinnen ungewöhnlich. Jungtiere sind ähnlich gefärbt. Männchen tragen nach der Reifehäutung Bulbi an den Pedipalpen.

Habitat und natürliche Lebensweise

S. philippinus ist eine obligate Röhrenbewohnerin und gräbt tiefe Baue. Obwohl sie als scheu gilt, sitzt sie häufig am Eingang ihrer Röhre oder auf ihrem Gespinst. Als Lauerjägerin wartet sie am Röhreneingang auf vorbeikommende Beute.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 25 x 25 x 30 cm; genug Höhe für tiefen Bodengrund
  • Bodengrund: mindestens 15 cm, z. B. Kokoshumus mit Torf, unten etwas Vermiculit zum Speichern von Feuchtigkeit; unten feucht, oben leicht befeuchtet
  • Einrichtung: vorgegrabene Startröhre (Halter berichten, dass die Tiere eine feuchte Startröhre einer trockenen vorziehen), Ankerpunkte für Gespinst, Wassernapf
  • Belüftung: gute Querlüftung, Staunässe vermeiden
  • Hinweis: Deckel und Türen sollten sicher verschließbar sein und sich so öffnen lassen, dass die Spinne nicht direkt Richtung Hand flüchten kann

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 24–28 °C; die Art mag es eher warm
  • Luftfeuchtigkeit: hoch, ca. 70–80 %; Bodengrund feucht, aber nicht nass halten – Wasser an den Seiten herunterlaufen lassen, damit die unteren Schichten feucht bleiben
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Als Altweltart besitzt S. philippinus keine Brennhaare. Sie gilt als scheu und flüchtet bei Störung lieber in ihren Bau, als sich zu verteidigen – sie ist aber sehr schnell. In die Enge getrieben nimmt sie eine Drohhaltung ein und kann beißen. Das Gift von Altweltarten wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.

Fütterung

Ein ausgesprochen gieriger Fresser, der Futter meist nur vor der Häutung verweigert. Je nach Größe Grillen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere alle paar Tage, adulte Tiere etwa wöchentlich. Futtertiere am Röhreneingang anbieten. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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