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Sericopelma angustum

Sericopelma angustum, früher Brachypelma angustum und im englischen Sprachraum als "Costa Rican Red Tarantula" bekannt, ist ein Sonderfall unter den Artenprofilen: Die echte Art ist wissenschaftlich fast nur vom Typusexemplar aus einem einzigen Fundort in Costa Rica bekannt. Die Tiere, die seit den frühen 1990er-Jahren im Hobby als "Brachypelma angustum" gehandelt werden, gehören nach heutigem Kenntnisstand nicht zu dieser Art. Dieses Profil beschreibt daher vor allem, was über die echte Art bekannt ist, und gibt allgemeine Haltungshinweise für die Gattung Sericopelma.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch)
Herkunft
Costa Rica (bislang nur ein Fundort bekannt)
Einsteiger-Eignung
(Erfahrungswerte aus der Gattung)
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Sericopelma angustum (Valerio, 1980)
  • Frühere Namen: Brachypelma angusta Valerio, 1980 (Originalkombination), Euathlus angustus, Brachypelma angustum
  • Gattung: Sericopelma
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
  • Verbreitung: Costa Rica; bislang nur vom Typusfundort San Pedro de Arenal (Kanton San Carlos, Provinz Alajuela) bekannt
  • Lebensraum: tropischer Tieflandwald, der heute durch Zuckerrohrplantagen und Weideland stark zerstückelt ist
  • Körperlänge: Typusweibchen ca. 5,9 cm Gesamtlänge (inkl. Cheliceren), Carapax ca. 2,3 cm lang; Beinspannweite der echten Art nicht dokumentiert
  • Wachstum: unbekannt
  • Lebenserwartung: unbekannt; bei verwandten Arten Weibchen ca. 15 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
  • Schutzstatus: Die Art wurde als Brachypelma-Art in CITES Anhang II geführt. Nach dem Gattungswechsel 2015 haben die Autoren empfohlen, sie aus der CITES-Listung zu nehmen und stattdessen ihren Schutzstatus in Costa Rica dringend zu prüfen. Vor einem Handel sollte der aktuelle Status im Einzelfall geprüft werden

Hinweis zur Systematik und zum Handel: Valerio beschrieb die Art 1980 als Brachypelma angusta. 2015 haben Gabriel & Longhorn das Typusexemplar neu untersucht und die Art in die Gattung Sericopelma gestellt. Dabei zeigte sich, dass die seit den frühen 1990er-Jahren als "Brachypelma angustum" gehandelten Tiere einer anderen, vermutlich falsch bestimmten Brachypelma- bzw. Tliltocatl-Art angehören. Möglicherweise ist S. angustum sogar mit Sericopelma upala identisch – geklärt ist das erst, wenn weitere Exemplare untersucht werden. Für einen Marktplatz bedeutet das: Angebote unter dem Namen "Brachypelma angustum" oder "Sericopelma angustum" sind sehr wahrscheinlich falsch bestimmt und sollten mit einem entsprechenden Hinweis versehen werden.

Erscheinungsbild

Die Beschreibung der echten Art beruht auf dem verblassten Typusexemplar: Es ist braun, die Hinterbeine (drittes und viertes Beinpaar) tragen längere, rötliche Haare. Der Handelsname "Costa Rican Red" bezieht sich auf rote Haare an Beinen und Abdomen bei dunklem Carapax. Als Bestimmungsmerkmale nennen die Autoren unter anderem eine dichte, federartige Behaarung an der Rückseite des vierten Femurs und eine charakteristisch geformte Spermathek der Weibchen.

Habitat und natürliche Lebensweise

Über die Lebensweise der echten Art ist nichts dokumentiert. Verwandte Sericopelma-Arten aus Mittelamerika leben in Erdhöhlen und Unterschlüpfen unter Wurzeln, Steinen und Totholz im feuchten Waldboden und sind nachtaktiv. Der bekannte Lebensraum ist durch Plantagenwirtschaft und Viehweiden stark bedroht.

Terrarium und Einrichtung

Allgemeine Empfehlungen für Sericopelma-Arten, da zur echten Art keine Haltungsdaten vorliegen:

  • Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 40 x 30 x 30 cm für ein adultes Tier
  • Bodengrund: 10–15 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
  • Einrichtung: stabiles Versteck (Korkröhre oder Korkrinde), großer Wassernapf, sparsame Deko
  • Belüftung: gute Querlüftung, Staunässe vermeiden

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 24–28 °C (tropisches Tiefland)
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 %; großen Wassernapf bereitstellen und einen Teil des Bodengrunds feucht halten
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Zum Verhalten der echten Art liegen keine Angaben vor. Sericopelma-Arten gelten allgemein als schreckhaft und setzen bei Störung Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können. Ein Biss ist für gesunde Menschen nach bisherigem Wissen medizinisch in der Regel unbedenklich, aber schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium ohne Gesichtsnähe und mit langer Pinzette durchführen.

Fütterung

Je nach Größe Grillen, Heimchen, Schaben, Heuschrecken oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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