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Sericopelma sp. "Santa Catalina"

Groß, kräftig und in warmen Braun- und Pfirsichtönen gefärbt: Sericopelma sp. "Santa Catalina" ist eine bislang wissenschaftlich nicht bestimmte Form aus der Gattung Sericopelma, zu der einige der größten Spinnen Mittelamerikas gehören. Der Name verweist auf den Küstenort Santa Catalina an der Pazifikküste Panamas. Sie wächst zügig, sitzt oft offen sichtbar und ist robust in der Haltung, gilt aber als schreckhaft und – vor allem bei Weibchen – recht wehrhaft.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
Herkunft
Panama (Pazifikküste, Region Santa Catalina)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Handelsname: Sericopelma sp. "Santa Catalina" (im Hobby teils falsch "Sericopalma" geschrieben)
  • Wissenschaftliche Zuordnung: unbestimmte Sericopelma-Art (Sericopelma sp.)
  • Gattung: Sericopelma
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
  • Herkunft: Panama, Region um Santa Catalina an der Pazifikküste (Provinz Veraguas); manche Händler nennen auch Nicaragua
  • Lebensraum: Küstenregion mit ausgeprägter Regen- und Trockenzeit; die Trockenzeit ist sehr heiß
  • Körperlänge: große Form; Händler nennen ca. 20 cm Beinspannweite, für Weibchen werden über 20 cm berichtet. Sericopelma-Arten gehören zu den größten Spinnen Mittelamerikas (Weibchen 7–10 cm Körperlänge)
  • Wachstum: mittel bis schnell, je nach Haltungstemperatur
  • Lebenserwartung: unbekannt; bei verwandten Arten Weibchen ca. 15–20 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Hinweis zur Gattung: Die Gattung Sericopelma umfasst derzeit rund 14 beschriebene Arten von Nicaragua bis Panama, ist aber schlecht erforscht: Lange waren nur Männchen beschrieben, Gattungsgrenzen und Verbreitung sind unklar, und eine molekulare Studie von 2016 stellte die Gattung sogar innerhalb von Aphonopelma. Zudem wurde sie häufig mit Brachypelma verwechselt (vgl. das Profil zu S. angustum). Ungewöhnlich ist, dass den Männchen die bei Vogelspinnen üblichen Schienbeinhaken fehlen. Für einen Marktplatz bedeutet das: Angebote sollten klar als Handelsform mit Anführungszeichen gekennzeichnet werden, und Nachzuchtlinien sollten nicht mit anderen Sericopelma-Formen gemischt werden.

Erscheinungsbild

Händler beschreiben die Färbung als tiefbraun mit pfirsichfarbenen Tönen. Typisch für die Gattung ist ein federartiges Haarpolster an der Rückseite des vierten Femurs. Jungtiere sind unscheinbarer gefärbt. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen; Schienbeinhaken fehlen ihnen gattungstypisch.

Habitat und natürliche Lebensweise

Freilanddaten gibt es kaum. In ihrer Heimat an der Pazifikküste Panamas wechseln sich ausgeprägte Regen- und heiße Trockenzeiten ab. Wie andere Sericopelma-Arten lebt sie vermutlich in Erdhöhlen, die sie gräbt oder übernimmt. Im Terrarium sitzt sie oft offen sichtbar.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 50 x 40 x 30 cm für ein adultes Weibchen; Fläche ist wichtiger als Höhe
  • Bodengrund: tief und leicht ansteigend aufgeschüttet (ca. 10–20 cm), z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde; ein Bereich feucht, der nachgefeuchtet wird, sobald er abgetrocknet ist
  • Einrichtung: Korkröhre oder Korkrinde als Startversteck, großer Wassernapf, sparsame und stabile Deko
  • Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
  • Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 22–28 °C, normale Zimmertemperatur reicht in der Regel aus; höhere Temperaturen beschleunigen das Wachstum
  • Luftfeuchtigkeit: mäßig, ca. 60–70 %; nicht dauerhaft feucht halten wie Regenwaldarten
  • Jahreszeitliche Schwankungen: Halter empfehlen, den natürlichen Wechsel nachzuahmen – in einer "Trockenzeit" weniger befeuchten, in einer "Regenzeit" mehr

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Halter beschreiben Sericopelma sp. "Santa Catalina" als schreckhaft und defensiv; besonders Weibchen reagieren beim Stören oder beim Herausholen aus dem Bau gereizt. Bei Störung setzt sie Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können, und zeigt Drohhaltungen. Bisse sind selten, kommen aber vor. Ein Biss ist für gesunde Menschen nach bisherigem Wissen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der großen Cheliceren aber sehr schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium nur ohne Gesichtsnähe, mit langer Pinzette und idealerweise mit Handschuhen.

Fütterung

Ein guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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