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Taksinus bambus

Die erste bekannte Vogelspinne, die im Inneren von Bambusrohren lebt: Taksinus bambus wurde erst 2022 beschrieben und ist eine der außergewöhnlichsten Entdeckungen der letzten Jahre. Gefunden wurde sie von einem thailändischen Tier-YouTuber in den Bergwäldern der Provinz Tak; die Gattung ist nach dem thailändischen König Taksin dem Großen benannt. Als seltene, baumbewohnende Altweltart mit noch kaum erforschter Biologie ist sie ausschließlich für erfahrene Halter geeignet.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
baumbewohnend – lebt im Inneren von Bambusrohren
Herkunft
Nordthailand (Provinz Tak)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Taksinus bambus Songsangchote, Sippawat, Khaikaew & Chomphuphuang, 2022
  • Gattung: Taksinus (einzige Art der Gattung)
  • Familie: Theraphosidae
  • Verbreitung: Nordthailand, bislang nur aus dem Bezirk Mueang Tak (Mae Tho) in der Provinz Tak bekannt
  • Lebensraum: Bergwälder in Hügellagen um ca. 1.000 m Höhe; lebt ausschließlich in reifen Halmen von Bambus der Gattung Gigantochloa
  • Körperlänge: in den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert; vermutlich mittelgroß
  • Wachstum: unbekannt
  • Lebenserwartung: unbekannt
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; in Thailand stehen seit 2022 alle Vogelspinnenarten unter Wildtierschutz. Laut den Entdeckern gehört sie zu den seltensten Vogelspinnen Thailands – im Handel angebotene Tiere sollten unbedingt aus Nachzucht stammen

Zum Namen und zur Entdeckung: Entdeckt wurde die Art vom thailändischen Tier-YouTuber JoCho Sippawat; beschrieben haben sie die Arachnologen Chaowalit Songsangchote und Narin Chomphuphuang 2022 in der Fachzeitschrift ZooKeys. Der Gattungsname ehrt König Taksin den Großen, der vor seiner Krönung als Phraya Tak Gouverneur der Provinz Tak war. Der Artname bambus verweist auf ihren einzigartigen Lebensraum. Die Gattung unterscheidet sich unter anderem dadurch von verwandten asiatischen Gattungen, dass weder Tibia noch Metatarsus verdickt sind und die Vorderbeine keine dichten Haarbürsten tragen.

Erscheinungsbild

Zur Färbung lebender Tiere liegen in den verfügbaren Quellen kaum Angaben vor. Wie viele asiatische Baumvogelspinnen dürfte sie überwiegend in Braun- bis Grautönen gefärbt sein. Erkennbar ist die Gattung vor allem an anatomischen Merkmalen wie einem flachen Kopfbereich und der Form der Spermatheken bei Weibchen. Männchen tragen nach der Reifehäutung Bulbi an den Pedipalpen.

Habitat und natürliche Lebensweise

T. bambus ist die erste bekannte Vogelspinne mit einer reinen "Bambus-Ökologie". Sie lebt in den Hohlräumen reifer Bambushalme und kleidet diese mit einer schlauchförmigen Gespinströhre aus. Selbst kann sie den harten Bambus nicht öffnen; sie ist auf Eingänge angewiesen, die andere Tiere geschaffen haben – etwa Bambusbohrkäfer, Bambusraupen, Holzbienen oder Nagetiere. Die Eingänge sind ca. 2–3 cm groß oder bestehen aus größeren Rissen, entweder an einem Aststummel oder mitten am Halm. Da sie nur in Bambus vorkommt, ist sie empfindlich gegenüber Veränderungen ihres Lebensraums – schon Risse im Bambus durch Feuchtigkeitsschwankungen oder menschliche Eingriffe können ihre Unterschlüpfe zerstören.

Terrarium und Einrichtung

Empfehlungen auf Basis ihrer Lebensweise und allgemeiner Erfahrungen mit asiatischen Baumvogelspinnen:

  • Größe: für ein adultes Tier z. B. 25 x 25 x 40 cm; Höhe ist wichtiger als Fläche
  • Bodengrund: 5 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
  • Einrichtung: idealerweise ein senkrecht gestelltes, hohles Bambusstück mit seitlicher Öffnung von ca. 2–3 cm als Unterschlupf; alternativ eine senkrechte Korkröhre. Dazu Äste und Kunstpflanzen als Ankerpunkte, kleiner Wassernapf
  • Belüftung: gute Querlüftung ist bei Baumbewohnern besonders wichtig
  • Hinweis: Das Terrarium sollte sich von vorne öffnen lassen, damit die Spinne beim Öffnen nicht direkt in Richtung Hand herausschießt. Ein ausbruchsicherer Verschluss ist Pflicht

Temperatur und Klima

  • Temperatur: ca. 22–26 °C (Bergwald um 1.000 m Höhe), nachts gern etwas kühler
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 65–75 %; Wassernapf bereitstellen und gelegentlich die Einrichtung leicht übersprühen, ohne Staunässe
  • Jahreszeitliche Schwankungen: vermutlich nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Als asiatische Altweltart besitzt T. bambus keine Brennhaare. Zum Temperament liegen bisher kaum Erfahrungen vor; wie bei verwandten asiatischen Baumvogelspinnen ist mit einer schnellen, schreckhaften Spinne zu rechnen, die sich bei Bedrängnis verteidigt und beißt. Das Gift von Altweltarten wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.

Fütterung

Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Unterschlupfeingangs abgeben. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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