Tapinauchenius polybotes
Eine blitzschnelle Baumbewohnerin von einer kleinen Karibikinsel: Tapinauchenius polybotes wurde erst 2018 von Hüsser beschrieben und ist nur von der Insel St. Lucia in den Kleinen Antillen bekannt. Wie alle Arten ihrer Gattung besitzt sie – obwohl sie aus der Neuen Welt stammt – keine Brennhaare und setzt auf ihre enorme Geschwindigkeit. Für Einsteiger ist sie wegen ihres Tempos und ihrer Schreckhaftigkeit nicht geeignet.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- baumbewohnend (arboricol)
- Herkunft
- St. Lucia (Kleine Antillen)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Tapinauchenius polybotes Hüsser, 2018
- Gattung: Tapinauchenius
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Psalmopoeinae)
- Verbreitung: Kleine Antillen, bislang nur von St. Lucia bekannt
- Lebensraum: tropische Wälder; lebt in Baumhöhlen und unter Rinde
- Körperlänge: bis ca. 12–15 cm Beinspannweite (Erfahrungswerte aus der Gattung)
- Wachstum: mittel bis schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 10–12 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre (Erfahrungswerte aus der Gattung)
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; die Art ist nur von einer einzigen kleinen Insel bekannt, im Handel angebotene Tiere sollten aus Nachzucht stammen
Zum Namen und zur Gattung: Der Artname geht vermutlich auf Polybotes zurück, einen Riesen der griechischen Mythologie. Hüsser beschrieb 2018 gleichzeitig auch T. rasti von St. Vincent und den Grenadinen; 2022 wurde die Gattung von Cifuentes & Bertani revidiert. Auf den Kleinen Antillen leben damit mehrere eng verwandte, auf einzelne Inseln beschränkte Arten (T. polybotes, T. rasti, T. sanctivincenti). Herkunftsangaben sind bei dieser Gattung daher besonders wichtig.
Erscheinungsbild
Belastbare Beschreibungen lebender Tiere sind spärlich. Tapinauchenius-Arten sind meist dunkel bis bräunlich gefärbt, oft mit einem metallischen, kupfernen, bläulichen oder violetten Schimmer, der nach der Häutung am stärksten ist; die Beine sind lang und schlank. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen.
Habitat und natürliche Lebensweise
T. polybotes lebt in Baumhöhlen und unter abstehender Rinde, wo sie dichte Gespinströhren anlegt. Sie ist nachtaktiv und jagt in der Umgebung ihres Unterschlupfs.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 25 x 25 x 40 cm; Höhe ist wichtiger als Fläche
- Bodengrund: 5–8 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
- Einrichtung: senkrecht oder schräg gestellte Korkröhre als Unterschlupf, Äste, Korkrinde und Kunstpflanzen als Ankerpunkte für Gespinst, Wassernapf
- Belüftung: gute Querlüftung ist bei Baumbewohnern besonders wichtig
- Hinweis: Das Terrarium sollte sich von vorne oder unten öffnen lassen, damit die Spinne beim Öffnen nicht direkt in Richtung Hand herausschießt. Ein ausbruchsicherer Verschluss ist Pflicht
Temperatur und Klima
- Temperatur: 24–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 %; Wassernapf bereitstellen und regelmäßig einen Teil des Bodengrunds oder die Einrichtung leicht übersprühen, ohne Staunässe
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Tapinauchenius-Arten besitzen keine Brennhaare und können auch nicht stridulieren (zischen). Ihre wichtigste Verteidigung ist ihre außergewöhnliche Geschwindigkeit – sie gelten als einige der schnellsten Vogelspinnen im Hobby und flüchten bei Störung blitzartig, auch aus dem Terrarium heraus. In die Enge getrieben können sie beißen. Ein Biss ist für gesunde Menschen nach bisherigem Wissen in der Regel nicht gefährlich, aber schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette und Auffangbehälter; das Tier nicht auf die Hand nehmen.
Fütterung
Ein guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Unterschlupfs abgeben. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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