Theraphosa apophysis
Eine der größten Spinnen der Welt: Theraphosa apophysis, im Hobby als "Goliath Pinkfoot" bekannt, erreicht Beinspannweiten von bis zu 30 cm und gilt damit als Rekordhalterin bei der Beinspannweite. Sie ist kräftig, schnellwüchsig und imposant – aber auch schreckhaft, zischend und mit besonders unangenehmen Brennhaaren ausgestattet. Wegen ihrer Größe, ihres Temperaments und ihrer Haltungsansprüche ist sie eine Art für erfahrene Halter.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
- Herkunft
- nördliches Südamerika (Venezuela, angrenzendes Brasilien und Kolumbien)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Theraphosa apophysis (Tinter, 1991)
- Gattung: Theraphosa
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
- Verbreitung: nördliches Südamerika, vor allem südliches Venezuela sowie angrenzende Gebiete Brasiliens und Kolumbiens
- Lebensraum: feuchtwarmer tropischer Regenwald im Tiefland; lebt in Erdhöhlen im feuchten Waldboden
- Körperlänge: ca. 9–11 cm Körperlänge, bis ca. 25–30 cm Beinspannweite
- Wachstum: schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 12–15 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet
Hinweis zur Systematik: Der Artname apophysis bezieht sich auf die Schienbeinhaken (Tibialapophysen) der Männchen. Diese fehlen den Männchen der nahe verwandten Theraphosa blondi – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden sonst sehr ähnlichen Goliath-Arten.
Erscheinungsbild
Adulte Tiere sind dunkelbraun mit einem helleren, goldbraunen bis rötlichen Carapax und langen, rötlich-braunen Haaren an Beinen und Abdomen. Die Beine sind für eine Theraphosa vergleichsweise lang. Jungtiere tragen auffällig rosafarbene Fußspitzen, die der Art ihren Namen "Pinkfoot" geben; mit zunehmendem Alter verblasst dieses Merkmal meist. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie die namensgebenden Tibialapophysen am ersten Beinpaar.
Habitat und natürliche Lebensweise
T. apophysis lebt in tiefen Erdhöhlen im feuchten Regenwaldboden, häufig unter Wurzeln und Totholz, oft auch in Gewässernähe. Sie ist nachtaktiv und eine kräftige, opportunistische Jägerin, die neben großen Insekten auch kleine Wirbeltiere überwältigt.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Weibchen mindestens 60 x 45 x 40 cm, besser größer; Fläche ist wichtiger als Höhe
- Bodengrund: 15–20 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, gut feucht gehalten
- Einrichtung: großes, stabiles Versteck (breite Korkröhre oder Korkrinde), großer, flacher Wassernapf, sparsame und stabile Deko
- Belüftung: gute Querlüftung, damit die hohe Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
- Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können. Bei dieser Größe kann schon ein Sturz aus geringer Höhe das Abdomen aufreißen
Temperatur und Klima
- Temperatur: 25–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 75–85 %; großen Wassernapf bereitstellen und den Bodengrund durchgehend leicht feucht halten, ohne Staunässe
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
- Wichtig: Zu trockene Haltung ist bei Goliath-Vogelspinnen eine häufige Ursache für Häutungsprobleme
Verhalten und Verteidigungsverhalten
T. apophysis ist schreckhaft und nervös. Bei Störung warnt sie häufig mit einem deutlich hörbaren Zischen, das sie durch Aneinanderreiben von Borsten an Pedipalpen und Vorderbeinen erzeugt. Ihre Brennhaare setzt sie sehr bereitwillig ein; sie gelten als besonders reizend und können bei empfindlichen Menschen zu starkem, lang anhaltendem Juckreiz sowie zu Haut- und Augenreizungen führen. Bissdrohungen kommen vor, Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der bis zu 2 cm langen Klauen aber sehr schmerzhaft und kann tiefe Wunden verursachen. Arbeiten im Terrarium nur ohne Gesichtsnähe, mit langer Pinzette, Handschuhen und idealerweise Schutzbrille.
Fütterung
Ein ausgesprochen gieriger Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben, große Futterinsekten wie Riesenschaben oder Wanderheuschrecken. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futter mit Pinzette abgeben. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen erheblich. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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