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Theraphosa blondi

Die berühmteste Riesin unter den Spinnen: Theraphosa blondi, die Goliath-Vogelspinne, gilt nach Körpermasse als die schwerste Spinne der Welt. Massig, braun behaart und mit Beinspannweiten bis etwa 28 cm ist sie ein beeindruckendes Tier. Sie wächst schnell und frisst enorm, ist aber schreckhaft, zischt laut und verfügt über besonders unangenehme Brennhaare. Wegen ihrer Größe, ihres Temperaments und ihrer Haltungsansprüche ist sie eine Art für erfahrene Halter.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
Herkunft
nördliches Südamerika (Guyana, Suriname, Französisch-Guayana, Nordbrasilien, Südvenezuela)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Theraphosa blondi (Latreille, 1804)
  • Gattung: Theraphosa
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae); die Gattung Theraphosa ist namensgebend für die gesamte Familie der Vogelspinnen
  • Verbreitung: nördliches Südamerika, vor allem das Guayana-Schild (Guyana, Suriname, Französisch-Guayana) sowie angrenzende Gebiete Brasiliens und Venezuelas
  • Lebensraum: feuchtwarmer tropischer Regenwald im Tiefland; lebt in tiefen Erdhöhlen im feuchten Waldboden, oft in sumpfigen Bereichen
  • Körperlänge: ca. 9–12 cm Körperlänge, bis ca. 25–28 cm Beinspannweite; Gewicht adulter Weibchen bis über 150 g
  • Wachstum: schnell
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 12–15 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Hinweis zur Systematik: T. blondi ist der nahe verwandten Theraphosa apophysis sehr ähnlich. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal: Den Männchen von T. blondi fehlen die Schienbeinhaken (Tibialapophysen) am ersten Beinpaar, die bei T. apophysis vorhanden sind. Jungtiere von T. apophysis haben zudem auffällig rosa Fußspitzen. Im Handel wurden die Arten (sowie T. stirmi) lange verwechselt, daher sind Herkunftsangaben wichtig.

Erscheinungsbild

Die Färbung ist einheitlich hell- bis dunkelbraun, der Carapax meist etwas heller goldbraun. Beine und Abdomen tragen lange, rötlich- bis goldbraune Haare. Die Beine sind im Vergleich zu T. apophysis etwas kürzer und kräftiger, die Spinne wirkt insgesamt noch massiger. Jungtiere sind ähnlich gefärbt, aber heller und ohne rosa Fußspitzen. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen, aber – anders als fast alle anderen Vogelspinnenmännchen – keine Tibialapophysen.

Habitat und natürliche Lebensweise

T. blondi lebt in tiefen Erdhöhlen im feuchten, oft sumpfigen Regenwaldboden, häufig unter Wurzeln. Sie ist nachtaktiv und eine kräftige, opportunistische Jägerin. Trotz ihres englischen Namens "Goliath Birdeater" frisst sie in der Natur nur selten Vögel; auf dem Speiseplan stehen vor allem große Insekten, Regenwürmer, Frösche und andere kleine Wirbeltiere.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Weibchen mindestens 60 x 45 x 40 cm, besser größer; Fläche ist wichtiger als Höhe
  • Bodengrund: 15–20 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, gut feucht gehalten
  • Einrichtung: großes, stabiles Versteck (breite Korkröhre oder Korkrinde), großer, flacher Wassernapf, sparsame und stabile Deko
  • Belüftung: gute Querlüftung, damit die hohe Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
  • Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können. Bei dieser Größe und diesem Gewicht kann schon ein Sturz aus geringer Höhe das Abdomen aufreißen

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 25–28 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 75–85 %; großen Wassernapf bereitstellen und den Bodengrund durchgehend leicht feucht halten, ohne Staunässe
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
  • Wichtig: Zu trockene Haltung ist bei Goliath-Vogelspinnen eine häufige Ursache für Häutungsprobleme

Verhalten und Verteidigungsverhalten

T. blondi ist schreckhaft und nervös. Bei Störung warnt sie häufig mit einem laut hörbaren Zischen, das sie durch Aneinanderreiben von Borsten an Pedipalpen und Vorderbeinen erzeugt. Ihre Brennhaare setzt sie sehr bereitwillig ein; sie gelten als besonders reizend und können bei empfindlichen Menschen zu starkem, lang anhaltendem Juckreiz sowie zu Haut- und Augenreizungen führen. Bissdrohungen kommen vor, Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der bis zu 2 cm langen Klauen aber sehr schmerzhaft und kann tiefe Wunden verursachen. Arbeiten im Terrarium nur ohne Gesichtsnähe, mit langer Pinzette, Handschuhen und idealerweise Schutzbrille.

Fütterung

Ein ausgesprochen gieriger Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben, große Futterinsekten wie Riesenschaben oder Wanderheuschrecken. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futter mit Pinzette abgeben. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen erheblich. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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