Theraphosa stirmi
Die dritte der großen Goliath-Vogelspinnen: Theraphosa stirmi, im Hobby als "Burgundy Goliath Birdeater" bekannt, wurde erst 2010 beschrieben und war bis dahin unter T. blondi oder T. apophysis mit im Handel. Sie ist massig, mit dunklerem, rötlich-burgunderfarbenem Ton, und erreicht ähnliche Größen wie ihre Verwandten. Wie alle Goliaths ist sie schreckhaft, zischt laut und besitzt besonders unangenehme Brennhaare – eine Art für erfahrene Halter.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
- Herkunft
- Guyana (und vermutlich angrenzende Gebiete)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Theraphosa stirmi Rudloff & Weinmann, 2010
- Gattung: Theraphosa
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
- Verbreitung: Guyana; Vorkommen in angrenzenden Regionen werden vermutet
- Lebensraum: feuchtwarmer tropischer Regenwald im Tiefland; lebt in Erdhöhlen im feuchten Waldboden
- Körperlänge: ca. 9–11 cm Körperlänge, bis ca. 25–28 cm Beinspannweite
- Wachstum: schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 12–15 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet
Hinweis zur Systematik: Bis zur Beschreibung 2010 wurden Tiere dieser Art im Handel mit T. blondi und T. apophysis vermischt. Sicher unterscheiden lassen sich die drei Goliath-Arten vor allem über Merkmale der Geschlechtsorgane und – bei T. apophysis – über die Schienbeinhaken der Männchen und die rosa Fußspitzen der Jungtiere. Da sie äußerlich schwer zu unterscheiden sind, sind Herkunftsangaben und reine Nachzuchtlinien besonders wichtig.
Erscheinungsbild
Adulte Tiere sind dunkelbraun mit einem deutlichen rötlich- bis burgunderbraunen Ton, der namensgebend für den Handelsnamen ist; besonders der Carapax und die Behaarung schimmern nach der Häutung rötlich. Beine und Abdomen tragen lange, rötlich-braune Haare. Im Vergleich zu T. blondi wirkt sie insgesamt dunkler und rötlicher. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen.
Habitat und natürliche Lebensweise
T. stirmi lebt in tiefen Erdhöhlen im feuchten Regenwaldboden, häufig unter Wurzeln. Sie ist nachtaktiv und eine kräftige, opportunistische Jägerin, die neben großen Insekten auch kleine Wirbeltiere überwältigt.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Weibchen mindestens 60 x 45 x 40 cm, besser größer; Fläche ist wichtiger als Höhe
- Bodengrund: 15–20 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, gut feucht gehalten
- Einrichtung: großes, stabiles Versteck (breite Korkröhre oder Korkrinde), großer, flacher Wassernapf, sparsame und stabile Deko
- Belüftung: gute Querlüftung, damit die hohe Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
- Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können – bei dieser Größe kann schon ein Sturz aus geringer Höhe das Abdomen aufreißen
Temperatur und Klima
- Temperatur: 25–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 75–85 %; großen Wassernapf bereitstellen und den Bodengrund durchgehend leicht feucht halten, ohne Staunässe
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
- Wichtig: Zu trockene Haltung ist bei Goliath-Vogelspinnen eine häufige Ursache für Häutungsprobleme
Verhalten und Verteidigungsverhalten
T. stirmi ist schreckhaft und nervös. Bei Störung warnt sie häufig mit einem deutlich hörbaren Zischen, das sie durch Aneinanderreiben von Borsten an Pedipalpen und Vorderbeinen erzeugt. Ihre Brennhaare setzt sie sehr bereitwillig ein; sie gelten als besonders reizend und können bei empfindlichen Menschen zu starkem, lang anhaltendem Juckreiz sowie zu Haut- und Augenreizungen führen. Bissdrohungen kommen vor, Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der sehr großen Klauen aber sehr schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium nur ohne Gesichtsnähe, mit langer Pinzette, Handschuhen und idealerweise Schutzbrille.
Fütterung
Ein ausgesprochen gieriger Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder große Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futter mit Pinzette abgeben. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen erheblich. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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