Tliltocatl kahlenbergi
Dunkelbraun bis schwarz mit rötlichen Haaren am Hinterleib und feinen hellen Säumen an den Beingelenken: Tliltocatl kahlenbergi, früher Brachypelma kahlenbergi, ist eine eher dezent gefärbte, robuste Bodenbewohnerin aus dem Osten Mexikos. Sie ist pflegeleicht und für Einsteiger gut geeignet, im Hobby aber deutlich seltener als ihre bekannten Verwandten. Wie alle ehemaligen Brachypelma-Arten ist sie international geschützt.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
- Herkunft
- Ostmexiko (Veracruz)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Tliltocatl kahlenbergi (Rudloff, 2008)
- Synonym: Brachypelma kahlenbergi Rudloff, 2008 (im Handel weiterhin gebräuchlich)
- Gattung: Tliltocatl
- Familie: Theraphosidae
- Verbreitung: Ostmexiko, Bundesstaat Veracruz
- Lebensraum: feuchtwarme tropische Wälder, Waldränder und Kulturland im Tiefland an der Golfküste
- Körperlänge: ca. 5–6 cm Körperlänge, bis ca. 12–14 cm Beinspannweite
- Wachstum: mittel
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 15–20 Jahre, Männchen ca. 3–5 Jahre
- Schutzstatus: CITES Anhang II, in der EU Anhang B der EU-Artenschutzverordnung; beim Kauf ist ein Herkunftsnachweis (z. B. Nachzuchtbescheinigung) erforderlich, nationale Melde- oder Registrierungspflichten sind zu beachten
Hinweis zur Systematik: Seit der Aufteilung der Gattung Brachypelma durch Mendoza & Francke (2020) gehört die Art zur Gattung Tliltocatl (Nahuatl für "schwarze Spinne"). Sie ähnelt stark Tliltocatl vagans und wird im Handel mitunter mit ihr verwechselt; die sichere Unterscheidung gelingt vor allem über die Geschlechtsorgane. Herkunftsangaben sind daher besonders wichtig.
Erscheinungsbild
Die Grundfärbung ist dunkelbraun bis schwarz. Das Abdomen trägt lange, rötliche bis rostbraune Haare, die Beingelenke zeigen schmale, helle Säume. Der Carapax ist dunkel, mitunter mit einem schwachen hellen Rand. Insgesamt wirkt T. kahlenbergi gedeckter und weniger kontrastreich als T. vagans. Jungtiere sind hellbraun und unscheinbar. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.
Habitat und natürliche Lebensweise
In Veracruz lebt T. kahlenbergi in Erdhöhlen, die sie selbst gräbt oder übernimmt, häufig unter Wurzeln, Steinen und Totholz, auch in Kulturland. Tagsüber hält sie sich meist im Bau oder am Eingang auf, in der Dämmerung und nachts geht sie auf Beutefang.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 30 x 30 x 25 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
- Bodengrund: 10–12 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
- Einrichtung: ein Versteck (Korkröhre oder halb eingegrabene Korkrinde) als Startpunkt für den Bau, Wassernapf, sparsame Deko
- Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
- Hinweis: Die Art gräbt gern und baut ihr Versteck um. Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können
Temperatur und Klima
- Temperatur: 22–27 °C, normale Zimmertemperatur reicht meist aus
- Luftfeuchtigkeit: ca. 65–75 %; Wassernapf bereitstellen und einen Teil des Bodengrunds leicht feucht halten
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
T. kahlenbergi ist überwiegend ruhig, reagiert aber – ähnlich wie T. vagans – etwas nervöser als T. albopilosus. Bei Störung zieht sie sich meist in ihren Bau zurück oder setzt Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bissdrohungen und Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, aber schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium ohne Gesichtsnähe durchführen.
Fütterung
Ein zuverlässiger Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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