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Tliltocatl vagans

Tiefschwarz mit leuchtend roten Haaren am Hinterleib und einem hellen Saum um den Carapax: Tliltocatl vagans, früher Brachypelma vagans, ist eine kontrastreiche, robuste Bodenbewohnerin aus Mittelamerika. Sie wächst für eine ehemalige Brachypelma-Art zügig, frisst zuverlässig und ist pflegeleicht – etwas temperamentvoller als die Kraushaar-Vogelspinne, aber für Einsteiger gut geeignet. Wie alle ehemaligen Brachypelma-Arten ist sie international geschützt.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
Herkunft
Südmexiko, Belize, Guatemala
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Tliltocatl vagans (Ausserer, 1875)
  • Synonym: Brachypelma vagans (Ausserer, 1875) (im Handel weiterhin sehr gebräuchlich)
  • Gattung: Tliltocatl
  • Familie: Theraphosidae
  • Verbreitung: Südmexiko (u. a. Yucatán-Halbinsel, Campeche, Chiapas, Tabasco), Belize, Guatemala
  • Lebensraum: tropisches Tiefland mit Wäldern, Savannen und Kulturland; oft in offenem Gelände, auch in Siedlungsnähe
  • Körperlänge: ca. 6–7 cm Körperlänge, bis ca. 13–15 cm Beinspannweite
  • Wachstum: mittel bis zügig
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 15–20 Jahre, Männchen ca. 3–5 Jahre
  • Schutzstatus: CITES Anhang II, in der EU Anhang B der EU-Artenschutzverordnung; beim Kauf ist ein Herkunftsnachweis (z. B. Nachzuchtbescheinigung) erforderlich, nationale Melde- oder Registrierungspflichten sind zu beachten

Hinweis zur Systematik: Seit der Aufteilung der Gattung Brachypelma durch Mendoza & Francke (2020) gehört die Art zur Gattung Tliltocatl (Nahuatl für "schwarze Spinne"). Sie ähnelt stark Tliltocatl kahlenbergi und wird im Handel mitunter mit ihr verwechselt. Eine eingeschleppte Population von T. vagans lebt seit Jahrzehnten in Florida (USA).

Erscheinungsbild

Die Grundfärbung ist tiefschwarz. Das Abdomen trägt lange, leuchtend rote bis orange-rote Haare, was ihr den englischen Namen "Mexican Red Rump" eingebracht hat. Der dunkle Carapax ist von einem hellen, beige-rosa Saum umgeben, die Beingelenke zeigen schmale, helle Ringe. Insgesamt wirkt sie kontrastreicher als T. kahlenbergi. Jungtiere sind hellbraun und unscheinbar und entwickeln die typische Färbung erst über mehrere Häutungen. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.

Habitat und natürliche Lebensweise

T. vagans lebt in selbst gegrabenen Erdhöhlen, häufig in offenem Gelände, an Wegrändern und auf Feldern – oft in lockeren Kolonien mit vielen Bauen auf engem Raum. Tagsüber hält sie sich im Bau oder am Eingang auf, in der Dämmerung und nachts geht sie auf Beutefang. Der Artname vagans (lateinisch für "umherstreifend") bezieht sich auf die wandernden Männchen.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 30 x 30 x 25 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
  • Bodengrund: 10–15 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten, damit Röhren stabil bleiben
  • Einrichtung: ein Versteck (Korkröhre oder halb eingegrabene Korkrinde) als Startpunkt für den Bau, Wassernapf, sparsame Deko
  • Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
  • Hinweis: Die Art gräbt ausgiebig und ist dann zeitweise weniger zu sehen. Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 22–28 °C, normale Zimmertemperatur reicht meist aus
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 60–70 %; Wassernapf bereitstellen und einen Teil des Bodengrunds leicht feucht halten
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

T. vagans ist überwiegend ruhig, reagiert aber nervöser als T. albopilosus. Bei Störung zieht sie sich schnell in ihren Bau zurück oder setzt bereitwillig Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bissdrohungen kommen gelegentlich vor, Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, aber schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium ohne Gesichtsnähe durchführen.

Fütterung

Ein sehr guter, zuverlässiger Fresser. Je nach Größe Grillen, Heuschrecken, Heimchen oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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