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Typhochlaena seladonia

Winzig, farbenprächtig und mit einer ganz besonderen Lebensweise: Typhochlaena seladonia, im Hobby als "Brazilian Jewel Tarantula" bekannt, trägt auf schwarzem Hinterleib zwei Reihen gelber und roter Punkte und einen grünlich schimmernden Vorderkörper. Sie lebt in Rindenspalten, die sie mit einer Falltür aus Gespinst verschließt. Wegen ihrer Winzigkeit und Empfindlichkeit gilt sie als Art für erfahrene Halter.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
baumbewohnend, lebt in Rindenspalten mit Falltür
Herkunft
Nordostbrasilien (Bahia, Sergipe)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Typhochlaena seladonia (C. L. Koch, 1841)
  • Synonyme: Mygale seladonia C. L. Koch, 1841 (Originalkombination); zeitweise auch unter Avicularia und Iridopelma geführt
  • Gattung: Typhochlaena
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Aviculariinae)
  • Verbreitung: endemisch im Atlantischen Regenwald Nordostbrasiliens, vor allem in Bahia und Sergipe
  • Lebensraum: feuchter Regenwald; lebt in Spalten und unter der Rinde von Bäumen
  • Körperlänge: Weibchen bis ca. 2 cm Körperlänge, ca. 5 cm Beinspannweite; Männchen ca. 1–1,3 cm Körperlänge
  • Wachstum: mittel
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 10–12 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; Brasilien untersagt den Export von Wildtieren – im Handel angebotene Tiere sollten aus Nachzucht stammen

Hinweis zur Systematik: C. L. Koch beschrieb die Art 1841 als Mygale seladonia und stellte sie 1850 in die Gattung Typhochlaena. Danach wurde sie zeitweise Avicularia und Iridopelma zugeordnet, bevor Bertani 2012 die Gattung Typhochlaena wiederherstellte.

Erscheinungsbild

Beide Geschlechter haben einen grünlich schimmernden Vorderkörper und ein schwarzes Abdomen mit zwei Reihen von je sechs Flecken: Das hinterste Fleckenpaar ist rötlich, die übrigen sind gelblich. Diese Zeichnung macht die kleine Art zu einem echten "Juwel". Männchen sind deutlich kleiner als Weibchen und tragen nach der Reifehäutung Bulbi an den Pedipalpen.

Habitat und natürliche Lebensweise

T. seladonia lebt in Rindenspalten und unter der Rinde von Bäumen im feuchten Atlantischen Regenwald. Sie baut ihren Unterschlupf mit einer Falltür aus Gespinst, die sie mit Rinde, Moos und Erde tarnt, und ist auf diese Tarnung angewiesen, um sich vor Fressfeinden zu verstecken. Als Lauerjägerin erbeutet sie kleine Insekten, die in der Nähe ihrer Falltür landen.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 15 x 15 x 20 cm; hoch statt breit
  • Bodengrund: etwa ein Drittel der Höhe, leicht feucht, z. B. Kokoshumus
  • Einrichtung: mehrere senkrecht gestellte Korkrinden-Stücke (halbrund oder flach), dicht an der Scheibe oder aneinander gelehnt, damit die Spinne einen Spalt für ihre Falltür findet; ein kleines vorgebohrtes Loch in der Korkrinde kann die Ansiedlung erleichtern. Etwas Moos als Tarnmaterial, großer flacher Wassernapf
  • Belüftung: gute Querlüftung ist wichtig, um Schimmel zu vermeiden
  • Hinweis: Die Spinne ist meist kaum zu sehen – die gut getarnte Falltür ist oft das Einzige, was man von ihr bemerkt

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 21–27 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 60–70 %; großer Wassernapf, gelegentlich leicht übersprühen, gute Querlüftung. Wichtig ist eine Balance: Die winzigen Tiere trocknen leicht aus, Staunässe führt aber schnell zu Schimmel. Nicht zwanghaft einen bestimmten Feuchtigkeitswert anstreben
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

T. seladonia ist zurückgezogen und verlässt ihren Falltür-Unterschlupf kaum. Bei Störung zieht sie sich sofort zurück. Zur Wehrhaftigkeit gibt es wenige Berichte; Bisse sind bei dieser winzigen Art praktisch kein Thema. Sie ist nicht für die Hand geeignet – nicht wegen ihrer Gefährlichkeit, sondern weil sie sehr empfindlich ist.

Fütterung

Nur sehr kleine Futtertiere anbieten, z. B. Mikrogrillen, Fruchtfliegen für Jungtiere oder kleine Heimchen. Futtertiere in die Nähe der Falltür setzen. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere etwa wöchentlich. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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