Warmiru longicolli
Grau- bis mitternachtsblau mit hellen Längsstreifen an den Beinen: Warmiru longicolli ist eine große, attraktive Bodenbewohnerin aus den Anden Perus und Ecuadors. Im Handel lief sie lange als "Homoeomma sp. blue" und später als Thrixopelma longicolli, Ende 2025 wurde sie in die neue Gattung Warmiru gestellt. Sie ist noch vergleichsweise wenig verbreitet, die Haltung entspricht aber im Wesentlichen der anderer Andenarten.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend (terrestrisch)
- Herkunft
- Peru, Ecuador
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Warmiru longicolli (Schmidt, 2003)
- Synonyme: Lasiodorides longicolli Schmidt, 2003; Thrixopelma longicolli (Schmidt, 2003); Paraphysa peruviana Schmidt, 2007
- Handelsnamen: "Homoeomma sp. blue", "Peruvian Blue Zebra", "Midnight Blue Birdeater"
- Gattung: Warmiru
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
- Verbreitung: Peru und Ecuador; die genaue Verbreitung ist noch nicht geklärt
- Lebensraum: Andenregion; genauere Angaben zu Lebensraum und Höhenlage liegen bislang kaum vor
- Körperlänge: bis ca. 16–18 cm Beinspannweite (Erfahrungswerte aus der Haltung)
- Wachstum: mittel
- Lebenserwartung: Weibchen vermutlich 15 Jahre und mehr, Männchen ca. 3–4 Jahre (Erfahrungswerte aus verwandten Arten)
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet
Hinweis zur Systematik: Die Art hat eine bewegte Namensgeschichte. Sie wurde 2003 als Lasiodorides longicolli beschrieben, 2021 zu Thrixopelma gestellt und Ende 2025 in die neue Gattung Warmiru übertragen. Der Gattungsname setzt sich aus den Quechua-Wörtern warmi (Frau) und uru (Spinne) zusammen und ehrt Arachnologinnen. Zur Gattung gehört außerdem Warmiru lagunas, die im Handel ebenfalls noch als Thrixopelma lagunas geführt wird. Da die Bezeichnungen im Handel uneinheitlich sind, lohnt sich ein genauer Blick auf die Herkunft der Tiere.
Erscheinungsbild
Die Grundfärbung reicht von graublau bis tief mitternachtsblau, direkt nach der Häutung ist sie am intensivsten. Die Femora sind dunkler, die übrigen Beinglieder tragen helle Längsstreifen, was ihr den Namen "Blue Zebra" eingebracht hat. Beine und Abdomen sind mit langen, hell graublauen Haaren besetzt. Jungtiere sind deutlich unscheinbarer gefärbt. Männchen tragen nach der Reifehäutung Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.
Habitat und natürliche Lebensweise
Zur natürlichen Lebensweise ist bislang wenig bekannt. Wie andere Bodenbewohner der Region lebt sie vermutlich in Erdhöhlen unter Steinen und Wurzeln und ist vor allem nachtaktiv.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 40 x 40 x 30 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
- Bodengrund: 10–12 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, eine Seite leicht feucht, die andere trockener
- Einrichtung: stabiles Versteck (Korkröhre oder Korkrinde), Wassernapf auf der feuchteren Seite, sparsame Deko
- Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
- Hinweis: Einzelne Halter berichten, dass Jungtiere gern an der Scheibe oder Einrichtung hochklettern. Die Höhe sollte trotzdem begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können
Temperatur und Klima
- Temperatur: 20–26 °C, normale Zimmertemperatur reicht in der Regel aus; eine leichte nächtliche Absenkung wird gut vertragen
- Luftfeuchtigkeit: ca. 60–70 %; Wassernapf bereitstellen und eine Hälfte des Bodengrunds leicht feucht halten
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Als Neuweltart besitzt W. longicolli Brennhaare, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können. Zum Temperament gibt es noch wenige verlässliche Berichte; zu rechnen ist mit einer eher schreckhaften Spinne, die bei Störung flüchtet oder Brennhaare einsetzt. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, aber schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium ohne Gesichtsnähe und mit langer Pinzette durchführen.
Fütterung
Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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