Xenesthis intermedia
Groß, kräftig gebaut und mit einem violetten bis rosafarbenen Schimmer: Xenesthis intermedia gehört zu den eindrucksvollsten Bodenbewohnern Südamerikas. Die Gattung ist vor allem für die außergewöhnlich gefärbten Männchen bekannt und für ihre ungewöhnliche Wohngemeinschaft mit kleinen Fröschen in der Natur. Sie wächst zügig, frisst enorm und ist robust, aber schreckhaft und freigiebig mit ihren Brennhaaren – eher eine Art für Halter mit etwas Erfahrung.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
- Herkunft
- Venezuela
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Xenesthis intermedia Schiapelli & Gerschman, 1945
- Gattung: Xenesthis
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
- Verbreitung: Venezuela
- Lebensraum: feuchtwarme tropische Wälder und Waldränder im Tiefland
- Körperlänge: ca. 7–8 cm Körperlänge, bis ca. 16–20 cm Beinspannweite (Erfahrungswerte aus der Gattung)
- Wachstum: mittel bis schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 15–20 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre (Erfahrungswerte aus der Gattung)
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet
Hinweis zur Systematik: X. intermedia ist der nahe verwandten Xenesthis immanis aus Kolumbien sehr ähnlich, und selbst erfahrene Halter können die beiden anhand von Fotos kaum unterscheiden. Im Hobby gilt grob: X. immanis stammt aus Kolumbien, X. intermedia aus Venezuela. Gelegentlich wird X. intermedia als etwas heller bzw. farbintensiver beschrieben. Herkunftsangaben sind deshalb bei dieser Art besonders wichtig.
Erscheinungsbild
Adulte Weibchen sind dunkelbraun bis schwarz mit einem violetten bis rosafarbenen Schimmer, besonders am Carapax. Das Abdomen trägt helle, rosa- bis cremefarbene Längsstreifen und lange, helle Haare. Frisch gehäutet wirkt die Färbung am intensivsten. Berühmt ist die Gattung für ihre Männchen: Nach der Reifehäutung zeigen sie oft einen leuchtend violetten bis metallisch blauen Carapax und gelten damit als einige der farbenprächtigsten Vogelspinnenmännchen überhaupt. Sie sind zudem schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar. Jungtiere sind unscheinbar braun gefärbt.
Habitat und natürliche Lebensweise
X. intermedia lebt in Erdhöhlen, die sie selbst gräbt oder übernimmt, häufig unter Wurzeln, Totholz und Steinen. Sie ist nachtaktiv und eine kräftige, opportunistische Jägerin. Von der Gattung Xenesthis ist bekannt, dass in ihren Bauen oft kleine Engmaulfrösche leben: Die Frösche fressen Ameisen und andere kleine Insekten, die der Spinne oder ihrem Gelege gefährlich werden könnten, und werden selbst von der Spinne verschont – ein seltenes Beispiel für eine Lebensgemeinschaft zwischen Vogelspinne und Wirbeltier.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 50 x 40 x 30 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
- Bodengrund: 12–15 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
- Einrichtung: stabiles Versteck (Korkröhre oder Korkrinde) als Startpunkt für den Bau, großer Wassernapf, sparsame und stabile Deko
- Belüftung: gute Querlüftung, damit die Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
- Hinweis: Die Art gräbt gern und baut ihr Terrarium um. Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können
Temperatur und Klima
- Temperatur: 24–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 %; großen Wassernapf bereitstellen und einen Teil des Bodengrunds feucht halten, ohne Staunässe
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
X. intermedia ist schreckhaft und reagiert auf Störungen meist mit Flucht in ihren Bau oder mit dem Einsatz von Brennhaaren, die sie bereitwillig abstreift. Diese können bei empfindlichen Menschen zu starkem Juckreiz und Hautreizungen führen. Bissdrohungen kommen vor, Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der großen Cheliceren aber schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium nur ohne Gesichtsnähe, mit langer Pinzette und idealerweise mit Handschuhen.
Fütterung
Ein ausgesprochen guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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