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Ybyrapora sooretama

Eine kleine, farbenfrohe Baumvogelspinne aus einem der letzten großen Reste des brasilianischen Küstenregenwalds: Ybyrapora sooretama, früher Avicularia sooretama, ist nach dem Biologischen Reservat Sooretama im Bundesstaat Espírito Santo benannt. Sie lebt bevorzugt in Bromelien und gehört zu den kleineren Baumvogelspinnen. Friedlich und kaum wehrhaft, gilt sie wie ihre Schwesterart Y. diversipes als etwas heikler in der Haltung als die bekannten Avicularia-Arten.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
baumbewohnend (arboricol), lebt bevorzugt in Bromelien
Herkunft
Ostbrasilien (Espírito Santo, Atlantischer Regenwald)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Ybyrapora sooretama (Bertani & Fukushima, 2009)
  • Synonym: Avicularia sooretama Bertani & Fukushima, 2009 (Originalkombination, im Handel weiterhin gebräuchlich)
  • Gattung: Ybyrapora
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Aviculariinae)
  • Verbreitung: Ostbrasilien, vor allem der Bundesstaat Espírito Santo
  • Lebensraum: Atlantischer Küstenregenwald (Mata Atlântica); lebt vor allem in Bromelien sowie in Astgabeln und unter Rinde
  • Körperlänge: ca. 4–5 cm Körperlänge, bis ca. 10–12 cm Beinspannweite
  • Wachstum: langsam bis mittel
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 8–12 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre (Erfahrungswerte aus der Gattung)
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; der Atlantische Regenwald ist stark geschrumpft, die Art kommt nur in einem kleinen Gebiet vor

Hinweis zur Systematik: Die Art wurde 2009 von Bertani & Fukushima als Avicularia sooretama beschrieben und 2017 bei der Revision der Gattung Avicularia zusammen mit diversipes und gamba in die neue Gattung Ybyrapora gestellt (Tupi für "die in Bäumen lebt"). Der Artname ehrt das Biologische Reservat Sooretama, eines der wichtigsten Schutzgebiete des Atlantischen Regenwalds.

Erscheinungsbild

Wie die anderen Ybyrapora-Arten durchläuft Y. sooretama einen deutlichen Farbwechsel. Jungtiere sind auffällig gezeichnet, mit bläulich schimmernden Beinen und einem kontrastreich gemusterten, orange-schwarzen Abdomen. Adulte Tiere sind gedeckter, braun mit rötlichen bis orangefarbenen Haaren an Abdomen und Beinen und den gattungstypischen helleren Fußspitzen. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger, oft mit metallischem Schimmer, und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Schienbeinhaken am ersten Beinpaar.

Habitat und natürliche Lebensweise

Y. sooretama lebt vor allem in Bromelien, deren Blattachseln ihr ein geschütztes, feuchtes Mikroklima bieten, sowie in Astgabeln und unter Rinde. Dort legt sie dichte, sackartige Gespinströhren an. Sie ist nachtaktiv und jagt in der Umgebung ihres Gespinsts.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Tier z. B. 20 x 20 x 30 cm; Höhe ist wichtiger als Fläche
  • Bodengrund: 3–5 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, überwiegend trocken
  • Einrichtung: schräg oder senkrecht gestellte Korkrinde oder kleine Korkröhre im oberen Bereich, Äste und Kunstpflanzen als Ankerpunkte für Gespinst; eine Kunstbromelie kann als naturnaher Unterschlupf dienen; kleiner, gut erreichbarer Wassernapf
  • Belüftung: entscheidend für diese Art – reichlich Querlüftung, idealerweise Lüftungsflächen an mehreren Seiten
  • Hinweis: Das Terrarium sollte sich von vorne öffnen lassen, um das Gespinst im oberen Bereich zu schonen

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 24–28 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 65–75 % bei guter Luftzirkulation; ein Wassernapf genügt, gelegentlich die Einrichtung oder Gespinstränder leicht übersprühen, damit die Spinne Tropfen trinken kann
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
  • Wichtig: Stehende, feuchte Luft und nasser Bodengrund sind die häufigsten Todesursachen bei Baumvogelspinnen der Aviculariinae. Lieber etwas trockener und gut belüftet halten als zu feucht

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Y. sooretama gilt als friedlich, aber scheu und flink. Bei Störung flüchtet sie meist, oft mit kurzen, schnellen Sprüngen. Sie besitzt Brennhaare, überträgt diese aber nur bei direktem Kontakt. Eine typische, harmlose Abwehrreaktion ist ein gezielter Kotspritzer. Bisse sind sehr selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich.

Fütterung

Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder kleine Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere etwa wöchentlich bis alle zwei Wochen. Futtertiere in der Nähe des Gespinsts abgeben. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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